Lilia

Mit dem Tango kam Lilia erstmals im Jahre 2000 in Los Angeles in Berührung.

Ihre damalige Tanzlehrerin, Olivia Scharp, eine begeisterte Tangotänzerin, machte Lilia mit der Milonga vertraut und führte sie in die nächtliche Tangowelt der Großstadt ein. Lilia war sofort so begeistert und mitgerissen vom Tango und der Atmosphäre auf der Milonga, dass sie die ganze Nacht hindurch tanzte – nur mit der Base, die ihr Olivia vor dem Ausgehen noch schnell in ihrer Küche erklärt hatte. Von diesem Zeitpunkt an war Lilia infiziert. Durch das Tanzen und die Praktikas konnte sie schnell dazulernen, Olivia assistierte sie außerdem bei Privatstunden, wo sie nebenbei üben konnte. Zusätzlich wurde sie in LA Teil einer kleinen Trainingsgruppe, die sich gegenseitig bereicherte, unter anderem mit Homer und Jaimes Friedgen.

Lilia Tangolehrerin in Tangoloft Berlin2001 Kehrte Lilia nach Deutschland zurück.

Bereits in Los Angeles hatte sie von Berlins Ruf als inspirierende und pulsierende Tangohauptstadt Europas gehört. In Berlin traf Lilia auch Mohammad, der ihr erster fester und langjähriger Tanzpartner werden sollte. Mohammad leitete in Berlin die Hochschulsport-Tanzkurse der Humboldt Universität und Lilia begann nach kurzer Zeit, ihm dabei zu assistieren, später unterrichteten sie gemeinsam an der Uni. In dieser Zeit sind auch die Abschluss Milongas der Uni-Kurse entstanden, die zu der heutigen Studilonga-Veranstallungen geführt haben, einer Milonga, die zu mit über 200 Studenten gewachsen ist.

Ein Meilenstein für die Entwicklung von Lilias Tango waren die Erfahrungen, die sie mit Gaia Pisauro sammeln konnte. 2004 lernten sie sich durch die Hochschulkurse kennen, die sie die folgenden vier Jahre zusammen übernahmen. Sowohl für Lilias eigenen, persönlichen Tango, wie auch für ihr pofessionellen didaktischen Fähigkeiten waren diese Jahre eine enorme Bereicherung . Von Gaia erlernte Lilia den Großteil der Didaktik und Unterrichtsmethoden, die sie heute anwendet, um ihren Schülern die Kernelemente des Tango zu vermitteln. Tango zu lernen, ist für Lilia ähnlich wie das Erlernen einer Sprache. Als Lehrer versuche man, seinen Schülern zunächst die Grundelemente zu vermitteln, die Buchstaben, Vokabeln, Grammatik – beim Tango sind dies beispielsweise das Führen und Folgen, oder der Rahmen. Dann übt man diese Elemente ein und verbindet sie miteinander. Letztendlich müsse man aber auch viel sprechen, um eine Sprache zu beherrschen. Beim Tango bedeutet dies: Tanzen gehen, Milongas besuchen.

“Tango ist eine hohe Kunst, sehr anspruchsvoll, an der man sein Leben lang lernen und wachsen kann. Es gibt auch für mich noch unglaublich viel zu entdecken.”

Ein Aufenthalt in Buenos Aires in 2011 hinterließ einen starken Eindruck auf Lilia und offenbahrte ihr viele neue Aspekte im Tango. Viele Erfahrungen, die sie dort sammelte, versucht Lilia jetzt in ihren Unterricht in Berlin einfließen zu lassen. Der Tango in Argentinien war etwas anders als in Berlin, vor allem die Milongas dort inspirierten Lilia durch ihre klare Strukturierung: Die Milonga wird durch die Cortinas und den konsequenten Partnerwechsel sozialer. In Berlin, veranstaltet Lilia seit 2009 selbst Milongas und bemüht sich auch in ihrem Unterricht Cortinas und Paarwechsel stärker zu integrieren. Tango geht sehr tief – fast wie Meditation, findet Lilia. Es hat etwas sehr verbindendes – man kommt an den Kern seiner Persönlichkeit und die des Tanzpartners und kann die verschieden Aspekte dieser leben.